Dreharbeiten

Die Dreharbeiten sind vorbereitet und nun kommt der große Tag oder die Tage, an denen der Film realisiert wird. Team und Technik sind eigens auf die Herausforderungen der Dreharbeiten abgestimmt worden. Jeder kennt seine Aufgabe und alle Tätigkeiten sind aufeinander abgestimmt. Die Vorbereitungen eines Motivs, also der Aufbau und das Ausleuchten eines Drehortes und die Bestimmung der Kamerapositionen nimmt den Hauptteil der Zeit ein, wohingegen die Drehzeit selbst im Verhältnis relativ kurz ist.

Die einzelnen Szenen des Films werden in der Regel nicht chronologisch, also wie im Drehbuch geschrieben, abgedreht, sondern unter organisatorischem und wirtschaftlichen Aspekt in eine Drehreihefolge gebracht. Diese ist im Drehplan festgelegt. Auf diese Weise werden die Motive in eine sinnvolle und zeitsparende Reihenfolge gebracht oder Szenen mit Schauspielern so abgedreht, dass dafür möglichst wenige Einsatztage erforderlich sind.

Das Team setzt sind in der Basis aus Produktionsleiter, Regisseur, Kameramann, Kameraassistent, Tonmann, Beleuchter und Maske zusammen. Erweitert wird es durch einen Kameraoperator, der zum Beispiel die Kamera auf Schienen oder an einem Kran bewegt,  der Schärfeassistent, Aufnahmeleiter, Regieassistent, um nur einige zu nennen.

Der bildgestaltende Kameramann wird als DoP bezeichnet (Director of photography) und übernimmt verantwortlich die Bildkomposition, die Kameraführung und ist für das Ausleuchten des Sets verantwortlich. Er prägt dadurch mit seiner „Handschrift“ den Stil des Filmes. DoPs werden von der Produktion gezielt für den jeweiligen Film engagiert, weil sie den anvisierten Stil des Filmes beherrschen.

Die Aufnahmen, in der Fachsprache die „Takes“, werden in der Regel mehrmals gedreht. Das ermöglicht an der Szene zu arbeiten, den Ausdruck zu variieren, Details noch einmal zu verändern und sich so an die Bestmögliche Variante heranzuarbeiten.

Weiterer Grund sind die unterschiedlichen erforderliche Einstellungsgrößen und Blickwinkel. Das ermöglich später im Schnitt, während einer Szene umzuschneiden. So sehe ich die Person von vorne, von der Seite oder von hinten. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von Schuss/Gegenschuss. Dabei werden Darsteller in Dialogsituationen abwechselnd gezeigt.

Drehtage sind lange Tage, denn nicht alles kann bis ins Detail vorausgeplant werden. Flexibilität und Kreativität sind immer gefordert und das Team läuft dabei zur Hochform auf. Beispiel: Bei der Vorbesichtigung war das für die Szene ausgewählte Besprechungszimmer ideal, am Drehtag dann steht plötzlich ein Baugerüst am Fenster, da die Glasscheibe einen Riss hat. Oder der Lastenaufzug ist am Drehtag außer Betrieb. Das bedeutet mögliche Verzögerung oder kurzerhand der Umzug in eine andere Location. Ein erfahrenes Team wird Lösungen finden und professionell reagieren.