Das Besondere am Medium Film

Film ist ein flüchtiges Medium. Was hängen bleibt ist das, was den Betrachter unmittelbar und im Augenblick des Betrachtens betrifft und berührt. Klingt einfach, ist aber eine hohe Kunst, auch oder gerade im Industrie- und Wirtschaftsfilm. Stellt sich dort die Frage: Was überrascht bei einem Film über neue Verschraubsysteme, was begeistert bei der Erklärung einer Dachsteinproduktion, wie fasziniere ich den Zuschauer für neue Logistiksysteme? 

Denken Sie einmal an einen Einkauf im Supermarkt. Jeder der Kunden „sieht“ dort „seinen eigenen Film“, der am Ende in Form der Erinnerung zurück bleibt: Der eine achtet auf das Kind, das traurig mit einer Eiswaffel vor dem Supermarkt steht, während ein Hund das verlorene Eisbällchen schleckt, Ihnen fällt das neue Automodell auf, das gerade auf den Parkplatz des Supermarktes fährt, ein Nächster sieht weder Kind noch Auto, weil er einen alten Schulfreund getroffen hat und Geschichten von früher wieder zum Leben erweckt werden. Jeder filtert sich unter dem Aspekt eigener Interessen „seine“ Ereignisse aus dem Geschehen um ihn heraus.

Nichts anderes tut ein Film. Ein guter Film versteht es, Ereignisse spannend und erlebnisreich so zu erzählen, dass das Interesse der Zielgruppe geweckt wird. So bleiben Filme und ihre Inhalte in Erinnerung, werden weiter erzählt, initiieren Handlungen.

Film fügt der Realität weitere audiovisuelle Ebenen hinzu und lässt den Betrachter das, was er gewohnt ist, neu erleben. Er ist verkürzte Realität und ist auch neue Realität wie sie durch Animationen oder Filmeffekte, wie den Zeitraffer oder eine Slow Motion, Bilder neu erleben lässt.

Zum Beispiel die Bewegung eines Gabelstaplers im Hochregallager in Zeitraffer, also extrem beschleunigt, oder die Aufnahme eines Tropfens, der auf die Wasseroberfläche fällt in Zeitlupe, auch Slow Motion genannt. Diese Effekte verstärken die Aussagen im Film: Beim Hochregal Modernität, Schnelligkeit, logistische Meisterleistung. Im Falle des Wassertropfens: Reinheit, lebenswichtiger Rohstoff oder der sorgfältige Umgang mit Ressourcen.

Im Idealfall soll der Zuschauer sagen: „Will ich haben“, „Schau ich mir mal näher an“, „beeindruckendes Unternehmen“, „das merke ich mir“, „die rufe ich an“, „ich bin begeistert“, „jetzt habe ich es verstanden“.